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Kamera Express
Erschaffe traumhafte Bilder, indem du mit Licht malst
Lightpainting – auch Lichtmalerei oder Lichtzeichnung genannt – bedeutet, mit einer Lichtquelle wie einer Taschenlampe eine Linie, Form oder Muster in Richtung Kamera zu zeichnen. Wenn du diesen Moment im Dunkeln mit einer langen Belichtungszeit festhältst, siehst du die Bahn des Lichts auf deinem Foto. So entstehen wunderschöne, traumhafte Bilder mit leuchtenden Zeichnungen. Das Tolle an Lightpainting-Techniken ist, dass kein Bild dem anderen gleicht und du deiner Kreativität freien Lauf lassen kannst. Du kannst Wörter schreiben, die Konturen eines Objekts oder Modells hervorheben oder deine eigene Lichtkreation entwickeln. Wir erklären dir weiter unten, was du für Lightpainting brauchst und wie du am besten vorgehst.

Um Lightpainting festzuhalten, brauchst du natürlich eine Kamera – aber welche eignet sich dafür? Die meisten Kameras sind geeignet, solange du die Möglichkeit hast, Belichtungszeit, ISO-Wert und Blende manuell einzustellen. Die meisten Kameras verfügen dafür über einen manuellen (M) Modus.
Tipp – Hat deine Kamera die Optionen ISO-Rauschreduzierung und Rauschreduzierung bei langer Belichtungszeit? Dann schalte diese für das beste Ergebnis am besten aus. Für die Nachbearbeitung ist es außerdem wertvoll, wenn du deine Bilder im RAW-Format aufnimmst.
Wir empfehlen dir, beim Lightpainting mit einem Stativ zu arbeiten. Da du mit einer langen Belichtungszeit arbeitest, um die Bewegung der Lichtquelle in einem einzigen Bild festzuhalten, wird das Foto bei jeder Kamerabewegung durch Bewegungsunschärfe weniger scharf. Um die Lichtspur so scharf wie möglich einzufangen, stellst du deine Kamera auf ein Stativ und schaltest die Bildstabilisierung von Objektiv und Kamera aus.
Tipp – Kein Stativ zur Hand? Nutze eine Mauer oder eine andere stabile Unterlage, auf der deine Kamera ruhen kann. Nimm dann einen Bohnen- oder Reissack mit, um die Kamera zu stützen. Natürlich kannst du dir auch jederzeit ein Stativ zulegen.
Beim Lightpainting arbeiten wir mit Licht – aber welche Lichtquelle eignet sich dafür? Für beeindruckende Lichtkreationen gibt es viele verschiedene Lichtquellen. Du kannst Glow Sticks, Laserstifte, Dekofeuerwerk, Stahlwolle, Smartphones und Taschenlampen verwenden. Es muss keine helle Lichtquelle sein, um ein gelungenes Foto zu erzielen. Lass deiner Fantasie freien Lauf, probiere verschiedene Lichtquellen aus und entscheide, welche am besten zur Stimmung des Bildes passt, das du festhalten möchtest.
Es gibt Lichtquellen, die speziell für Lightpainting entwickelt wurden. Mit einem sogenannten Pixelstick – einem länglichen Balken aus LED-Leuchten – kannst du ein Muster in die Luft zeichnen, das du selbst in Farbe und Design einstellst. So ein Stab ermöglicht es dir, vorprogrammierte Figuren zu zeichnen oder dein eigenes vorab erstelltes Design einzuspielen.
Tipp – Du möchtest mehr Farbe? Füge deiner Lichtquelle farbige Folien, Flaschen und andere lichtdurchlässige Objekte hinzu, um sie zu personalisieren, oder befestige deine Lichtquelle an einem Regenschirm oder einem Seil, um andere Formen zu erzeugen. Möchtest du mit Buchstaben arbeiten? Schreibe dann spiegelverkehrt oder wähle einen symmetrischen Hintergrund und spiegele dein Foto in der Nachbearbeitung.

Damit die Lichtzeichnung wirklich zur Geltung kommt, arbeitest du am besten in einer dunklen Umgebung. Situationen mit wenig Licht können deinem Bild eine besondere Stimmung verleihen. Es ist daher kein Zufall, dass Lightpainting oft Hand in Hand mit Nachtfotografie geht – aber auch andere Tageszeiten eignen sich gut für das Zeichnen mit Licht. Wenn du in der blauen Stunde oder bei Sonnenauf- oder -untergang fotografierst, verleiht dir das in Kombination mit Lightpainting einen traumhaften Effekt. Kombinierst du das zusätzlich mit Wasser, entstehen wunderschöne Reflexionen.
Tipp – Fängst du gerade mit Lightpainting an? Beginne am besten damit, in einem dunklen Raum zu fotografieren, damit du die volle Kontrolle über die Umgebungsfaktoren hast.
Möchtest du ein Modell in deinem Lightpainting-Foto einsetzen? Achte darauf, dass das Modell ruhig stehen bleibt. Schon kleinste Bewegungen können bei einer langen Belichtungszeit zu Unschärfe führen. Sorge außerdem dafür, dass das Modell gut ausgeleuchtet ist. Dafür kannst du eine (Taschen-)Lampe oder einen (Reportage-)Blitz verwenden. Achte dabei darauf, dieses Licht erst kurz vor dem Schließen des Verschlusses einzusetzen. Wichtig ist auch, dass die lichtzeichnende Person außerhalb des Bildes ist, wenn der Blitz auslöst, damit sie nicht auf dem Foto sichtbar wird. Wenn du mit einem Modell arbeitest, empfiehlt es sich, weitere Personen in deinen Prozess einzubinden. Es ist schwierig, allein die Kontrolle über das Licht, das Modell, die Kamera und deine Lichtkreation zu behalten.
Tipp – Möchtest du, dass die lichtzeichnende Person selbst nicht auf dem Foto zu sehen ist? Lass sie dunkle Kleidung und Handschuhe tragen. Es kann auch helfen, die Rückseite der Lichtquelle mit Klebeband abzudecken, damit kein Licht auf die zeichnende Person fällt.
Was musst du tun, um Lichtspuren festzuhalten?
Da deine Kamera auf einem Stativ steht, kannst du die Bildstabilisierung an Kamera und Objektiv deaktivieren.
Stelle den ISO-Wert deiner Kamera so niedrig wie möglich ein, um eine Überbelichtung und Bildrauschen zu vermeiden. Wir beginnen mit einem Wert von 100. Überlege, wie lange du für das Zeichnen des Lichtmusters benötigst, und stelle die Belichtungszeit entsprechend ein. Beginne zum Beispiel mit 15 Sekunden. Für die Blende kannst du mit einem Wert von etwa f/8 starten, damit der größte Teil deines Bildes scharf bleibt. Möchtest du einen Look mit einer anderen Schärfentiefe? Wähle dann eine offenere Blende.
Im Dunkeln scharf zu stellen ist oft eine Herausforderung. Sorge daher dafür, dass du der zeichnenden Person eine Lampe gibst oder das Motiv selbst z. B. mit einer Taschenlampe beleuchtest. Nutze den Autofokus, um darauf scharf zu stellen, und stelle deine Einstellungen anschließend wieder auf manuell. Möchtest du lieber manuell fokussieren? Dann kann es hilfreich sein, die Liveview-Funktion deiner Kamera zu verwenden. Wenn du selbst mit Lightpainting arbeitest, nutze Gegenstände, die du dabei hast, um auf die Stelle scharf zu stellen, an der du gleich stehen wirst.
Mache ein Testfoto und passe die Einstellungen bei Bedarf an.
Das hängt vom gewünschten Effekt und der Zeichnung ab. Probiere vorher aus, wie lange du für das Zeichnen der Figur oder des Wortes brauchst, und stelle deine Belichtungszeit daran an. Plane dabei ein paar Extra-Sekunden vor und nach dem Malen ein, damit du etwas Spielraum hast.
Beim Lightpainting kannst du mit verschiedenen Objektiven arbeiten, je nachdem, welchen Effekt du damit erzielen möchtest. Es empfiehlt sich, ein Weitwinkelobjektiv zu verwenden, da du damit mehr von deiner Umgebung ins Bild aufnimmst. Beim Lightpainting arbeitest du unter lichtschwachen Bedingungen. Achte daher auf die maximale Blende deines Objektivs. Häufig wirst du mit einer Blende von etwa f/8 arbeiten, aber in manchen Situationen kann eine größere Blendenöffnung Vorteile bieten.
Die meisten Kameras ermöglichen es, die Belichtungszeit auf bis zu 30 Sekunden einzustellen. Benötigst du mehr Zeit für deine Kreation? Dann nutze den Bulb-Modus. Dabei hältst du den Auslöser deiner Kamera gedrückt, bis du mit dem Malen fertig bist. Arbeitest du alleine? Verwende dann eine Fernbedienung.
Möchtest du selbst nicht im Bild zu sehen sein? Trage dann dunkle Kleidung und klebe die Rückseite deiner Lichtquelle ab. Achte darauf, dass sich deine Kamera nicht bewegt. Versuche als Lichtzeichner:in an derselben Stelle zu stehen, auf die du scharf gestellt hast. Sorge dafür, dass dein Modell still steht. Achte außerdem darauf, genug Platz im Bildrahmen zu lassen, damit deine Lichtkreation nicht knapp außerhalb des Bildes landet, wenn du einen Schritt zu weit zur Seite gehst. Nachträglich ist es einfacher, dein Bild zuzuschneiden, als ein fehlendes Stück hinzuzufügen.
Wir zeigen dir im Video unten zusammen mit Fotograf Fabian Ruijgrok, wie du mit Licht schreiben kannst: