How to Photograph Moving Animals

So fotografierst du Tiere in Bewegung

Kamera Express

Bewegende Tiere fotografieren

Deine faule Katze oder langsame Schildkröte zu fotografieren ist nicht besonders schwierig, aber einen schnellen Gepard oder einen blitzschnellen Mäusebussard auf dem Sensor einzufangen ist eine ganz andere Geschichte. Neben der richtigen Ausrüstung erfordert das auch die nötigen Skills. Wir helfen dir mit einigen Tipps auf den Weg.

Praktisch: Wisse, welches Foto du machen möchtest

Es klingt vielleicht banal, aber überlege dir vorher genau, welche(s) Foto(s) du machen möchtest. Bei sich bewegenden Tieren bekommst du manchmal nur eine einzige Chance. Die willst du nicht verschwenden, weil du das falsche Objektiv auf deiner Kamera hast oder deine Einstellungen noch völlig daneben liegen. Deshalb zunächst einige praktische Punkte, bevor wir uns anhand einiger inspirierender Fotos in die Umsetzung stürzen.

Objektiv

Welches Objektiv für den Job das richtige ist, hängt natürlich von der Art der Aufnahme ab, die du machen möchtest. Beim Festhalten von Bewegung ist das Teleobjektiv die erste Wahl. Da der Bildwinkel kleiner ist, kommt die Action stärker zur Geltung. Denk nur mal daran: Bei einem Weitwinkelfotos springt die Action oft kaum aus dem Bild. Hinzu kommt, dass du bei den meisten (wilden) Tieren gar nicht nah genug herankommst, um ein Weitwinkelobjektiv sinnvoll einzusetzen. Möchtest du mehr darüber erfahren, welches Objektiv sich für verschiedene Arten der Tierfotografie eignet, schau dir unseren Ratgeber an.

Kamera

Eine geeignete Kamera für die Tierfotografie ist schnell, verfügt über einen präzisen Autofokus und liegt gut in der Hand. Damit landet man schnell bei System- und Spiegelreflexkameras, die es ermöglichen, die Einstellungen selbst zu wählen und sie mit dem perfekten Objektiv zu kombinieren. Bei sich bewegenden Tieren möchtest du vor allem viele Fotos machen – deshalb ist die maximale Serienbildgeschwindigkeit besonders wichtig. Dabei sollte der Autofokus natürlich zwischendurch nicht den Überblick verlieren. Die Systemkameras von Sony und Canon verfügen beispielsweise über das praktische Animal Eye AF, das den Fokus stets auf die Augen des Tieres hält. In hektischen Situationen ist es schließlich wichtig, dass die Kamera gut und sicher in der Hand liegt, damit du sofort bereit bist zu fotografieren.

Einstellungen

Da du schnell reagieren musst, ist es wichtig, dass du die Kontrolle über die Einstellungen deiner Kamera hast. Nutze nach Möglichkeit keine der vollautomatischen Modi, da diese nie für jede denkbare Situation geeignet sind. Beim Festlegen der Einstellungen ist es erneut wichtig zu wissen, welche Art von Foto du machen möchtest. Ein Panning Shot erfordert andere Einstellungen als ein „eingefrorenes" Bild. Mehr dazu, wenn wir uns die Inspirationsfotos ansehen.

Geduld

Der Moment tritt plötzlich ein und ist rasend schnell wieder vorbei. Manchmal musst du deshalb etwas Geduld aufbringen, bevor du das gewünschte Ergebnis erzielst. Dein eigener Hund folgt vielleicht dem Kommando „Sitz", aber ein wildes Tier lässt sich wirklich nicht so weit bringen. Nicht geklappt oder den Moment verpasst? Dann gib nicht gleich auf.

Inspiration: Wie machst du ein Aktionsfoto?

Dieser Panning Shot wurde aufgenommen, indem die Kamera mit den Hirschen mitgeschwenkt wurde. Die Kunst besteht darin, die richtige Verschlusszeit zu finden: Sie sollte es dir nicht unmöglich machen, das Tier scharf im Bild zu halten, gleichzeitig aber einen schönen, bewegungsunschärfigen Hintergrund erzeugen. Dabei musst du gleichzeitig die richtige Bildkomposition wahren.

Die Verschlusszeit bildet die Grundlage deiner Einstellungen. Stelle deine Kamera daher auf den Verschlusszeitvorwahl-Modus (S bzw. Tv) ein. So musst du dir keine Gedanken über die anderen Einstellungen machen. Eine feste Verschlusszeit, die immer funktioniert, können wir dir leider nicht nennen. Das hängt zu sehr von der Geschwindigkeit des Tieres, dem Abstand zwischen dir und deinem Motiv, den Lichtverhältnissen und natürlich davon ab, wie unscharf der Hintergrund werden soll. Eine gute Ausgangsverschlusszeit ist 1/60 Sekunde. Schau zunächst, was das mit deiner Aufnahme macht, und passe die Verschlusszeit danach nach oben oder unten an.

Stelle deine Kamera auf den Burst-Modus ein, damit du von der maximalen Serienbildgeschwindigkeit profitierst. So ist die Chance größer, dass das perfekte Bild dabei ist. Für zusätzliche Stabilität kannst du ein Einbeinstativ verwenden. Achte beim Fotografieren von sich bewegenden Tieren auch immer auf die Bildkomposition. Lasse auf der Seite, in die das Tier läuft, bewusst Freiraum im Bild. Das macht das Foto deutlich angenehmer zu betrachten.

Im Gegensatz zum Panning Shot ist die Bewegung in dieser Aufnahme eingefroren. Besonders wenn Tiere auf dich zukommen, ist das oft die beste Option.

Stelle deine Verschlusszeit so ein, dass keine Bewegungsunschärfe mehr im Tier sichtbar ist. Dafür musst du sie schnell auf 1/500 oder sogar 1/800 hochsetzen, je nach Situation. Das erfordert eine große Blendenöffnung, damit du den ISO-Wert nicht ungewollt in die Höhe treiben musst. Zum Glück ist das auch genau das, was wir wollen – denn gerade die Unschärfe im Hintergrund (Bokeh) sorgt dafür, dass das Tier sich vom Hintergrund abhebt und dadurch noch stärker zur Geltung kommt. Es ist also ein wenig ein Spiel mit dem Belichtungsdreieck, aber halte dich an diesen Grundsatz: schnelle Verschlusszeit, große Blende, möglichst niedrigster ISO-Wert.

Ein kräftiges Teleobjektiv ist bei solchen Aufnahmen sehr hilfreich. Manchmal, weil man nicht zu nah herankommt, aber auch weil die Perspektive dadurch schöner wirkt. Ein Einbeinstativ ist dabei kein Luxus. Mit einer Kamera, die auf Augen fokussieren kann – oder noch spezifischer auf Tieraugen –, bist du bestens aufgestellt. Achte auch hier auf die Bildkomposition. Gibt es vielleicht etwas im Hintergrund, das du schön in das Bild einbeziehen kannst, um die Geschichte des Fotos zu verdeutlichen? Und schließlich: Das Tier kommt auf dich zu, daher musst du darauf vorbereitet sein, herauszuzoomen, um die richtige Bildkomposition beizubehalten.

Die besten Objektive für die Tierfotografie

Möchtest du mit der Tierfotografie loslegen, weißt aber noch nicht genau, welches Objektiv du brauchst? In unserem Ratgeber helfen wir dir, anhand deiner Wünsche und deines Budgets die richtige Wahl zu treffen.