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Janine van der Kooij - Vink
Wenn du dich auch nur ein bisschen für Fotografie interessierst, hast du das Wort wahrscheinlich schon einmal gehört: Bokeh. Aber was ist Bokeh eigentlich genau? Und wie erzielst du diesen schönen Bokeh-Effekt in deinen Fotos? Das erklären wir dir hier.
Bokeh ist der Effekt von unscharfen Bereichen in einem Foto. Es leitet sich vom japanischen Wort „boke" ab, was wörtlich „Unschärfe" bedeutet. In der professionellen Fotografie wird Bokeh eingesetzt, um den Fokus stärker auf das Motiv zu lenken, indem der Hintergrund weichgezeichnet und das Motiv scharf abgebildet wird. Bokeh erzeugst du mit einer großen Blendenöffnung wie f/2.8 oder mehr.
Bokeh bezeichnet also die Qualität der Unschärfe im Hintergrund eines Fotos. Meist handelt es sich dabei um Fotos mit einem verschwommenen Hintergrund, wie man sie häufig in der Porträt- und Makrofotografie sieht. Dabei lassen sich jedoch Unterschiede feststellen: Ein unscharfer Hintergrund ist nämlich nicht gleich dem anderen. Schau dir einfach die Fotos unten an.


Auf dem linken Foto ist deutlich zu erkennen, dass die Fotografin bzw. der Fotograf die Blume in der Mitte scharf stellen wollte. Der Hintergrund ist unscharf, aber nicht unscharf genug, um Ruhe in das Bild zu bringen. Dadurch lenkt der Hintergrund vom Motiv ab. Das kann durchaus beabsichtigt sein, aber in der Regel erzielst du das beste Ergebnis mit einem ruhigen Hintergrund mit gutem Bokeh. Auf dem Foto mit dem Waschbären siehst du das Ergebnis eines guten Bokeh. Der Waschbär ist scharf, während der Hintergrund stark verschwommen ist – das sorgt für ein ruhiges Bild, bei dem die Aufmerksamkeit sofort auf den Waschbären fällt.
Obwohl Bokeh also die Qualität der Unschärfe im Hintergrund eines Fotos beschreibt, kennen es viele als einen Effekt, der für schöne runde Lichtbälle im Bild sorgt: den Bokeh-Effekt. Das ergibt einen etwas unruhigeren Hintergrund, kann aber in manchen Fotos sehr wirkungsvoll sein. Schau dir einfach die Beispiele unten an!


Aber wie erzeugst du diesen Effekt eigentlich? Zunächst musst du auf eine möglichst große Blende von mindestens f/2.8 achten, besser noch größer. Eine Blende von f/2, f/1.8 oder f/1.4 ist ideal. Mit einer möglichst großen Blende fallen die Lichtstrahlen, die vom Hintergrund reflektiert werden, nämlich stärker gestreut auf das Objektiv, was zu einem verschwommenen Bild führt. Je größer die Blende, desto unschärfer der Hintergrund. Die Lichtstrahlen, die von deinem Fokuspunkt reflektiert werden, fallen hingegen direkt auf das Objektiv. Deshalb kannst du das Motiv deines Fotos mit einer großen Blende dennoch scharf aufnehmen.
Die Größe deiner Blende ist also wichtig beim Erstellen von Bokeh. Die Blendenlamellen selbst sind jedoch ebenfalls enorm wichtig und können den Unterschied zwischen schönem und weniger schönem Bokeh ausmachen. Manche Blendenlamellen haben eine runde Öffnung, andere eine hexagonale. Du ahnst es bereits: Bei der runden Öffnung ist dein Bokeh rund, bei der hexagonalen Öffnung hexagonal. Im Allgemeinen wird rundes Bokeh besser bewertet als eckiges. Auch die Anzahl der Blendenlamellen spielt dabei eine Rolle. Für das schönste Bokeh empfiehlt sich ein Objektiv mit 9 Blendenlamellen, aber 7 sind ebenfalls ausreichend. Außerdem sorgen abgerundete Blendenlamellen für ein weicheres Bokeh als gerade abgeschnittene. Achte also darauf, wenn du ein Objektiv kaufst, mit dem du schönes Bokeh erzeugen möchtest!
Darüber hinaus ist der Abstand ein wichtiger Faktor beim Erzeugen von Bokeh. Für das beste Bokeh brauchst du nämlich möglichst viel Abstand zwischen deinem Motiv und dem Hintergrund. Experimentiere daher mit dem Abstand zwischen Motiv und Hintergrund, um zu sehen, was das schönste Ergebnis liefert. Manchmal kann es auch helfen, näher an dein Motiv heranzugehen, um eine geringere Schärfentiefe zu erzielen.


Die Form des Bokeh kann also durch die Form der Blendenlamellen beeinflusst werden. Das bedeutet auch, dass du mit deinem Bokeh experimentieren kannst, indem du eine andere Form erzeugst. Im Internet findest du viele Tutorials, die erklären, wie du dir selbst einen Bokeh-Filter basteln kannst, mit dem du Herzen, Blümchen, Weihnachtsbäume und vieles mehr als Bokeh fotografieren kannst.
Es macht auch Spaß, mit verschiedenen Lichtquellen für unterschiedliche Bokeh-Arten zu experimentieren. Weihnachtslichter in verschiedenen Farben, Stadtlichter oder Umgebungen mit vielen reflektierenden Gegenständen sind dabei gute Beispiele. Lass dich schon jetzt von den Fotos unten inspirieren!

